Wenn Werbung zum schlechten Vorbild wird

Von wegen „es gibt keine schlechte Werbung!“ Wir alle wissen, dass ein einziger Werbespot gewaltigen Einfluss auf Millionen von Zuschauern ausüben kann, und aus genau diesem Grund müssen wir mit Werbung auch richtig umgehen. Seit den Anfängen des Artimondo Magazines beharren wir in so gut wie jedem Artikel auf die immense Bedeutung des richtigen Einkaufs. Und hier erläutern wir auch noch einmal, warum.

So ist schon das Lesen eines Etikettes niemals verschwendete Zeit: Nur dadurch erfahren wir, welches Produkt wir wirklich in unseren Händen halten, woher es kommt, welche Inhaltsstoffe es aufweist oder wer es produziert und verkauft. Wenn es um Lebensmittel und Getränke geht, ist sogar doppelte Vorsicht geboten!

Viel zu oft wird zum Beispiel in Werbungen vorgeführt, dass es normal sei, zwecks einer Mahlzeit kurzerhand zum beworbenen Fertigprodukt aus der Kühltheke zu greifen. Vielen fällt dabei nicht einmal auf, dass sie statt der erhofften Leckereien bloß billige und täuschend echt gemachte Lebensmittelersatzstoffe zu sich nehmen: sei es nun der billige Analogkäse auf der Pizza, der mit Käse so viel gemein hat, wie Butter mit Frittierfett, sogenanntes Formfleisch oder Ei-Ersatz als Platzhalter für Wurst und Ei, oder die Aromastoffe aus Holzspänen, die in sehr vielen Erdbeerjoghurts stecken. Des Weiteren lohnt es, auf den Zuckergehalt vieler Produkte zu achten. Sie werden überrascht sein, wo sich überall Zucker als Geschmacksverstärker versteckt. Kurz: Es lohnt sich, genauer hinzusehen.

Was auf dem Bildschirm daher glorifiziert wird, sollte im echten Leben unbedingt vermieden werden: Lassen Sie sich daher beim Einkauf nicht ablenken! Was immer Sie an Nahrungsmitteln einkaufen, landet in Ihren Mägen. Darum ist die sorgfältige Auswahl gerade bei Lebensmittel grundlegend für die Vorbeugung von Krankheiten, auch von schwereren, die im Laufe der Jahre durch solche Nachlässigkeiten hervorgerufen werden, darunter nicht zuletzt Krebs, Diabetes und Übergewicht.

Zu allem Überfluss verführt uns die Werbung dazu, Fließbandware zu kaufen, statt hochwertige Handwerksprodukte, von denen wir Ursprung, Herstellungsart und vieles mehr kennen. „Handwerklich“ heißt zwar nicht immer natürlich, doch kennt der Verbraucher den vollen Namen, das Gesicht und die Adresse des Herstellers, kann er tiefere Recherche über das Produkt betreiben. Bei einem Industrieprodukt erschwert sich die Recherche jedoch um einiges. Hinzu kommt, dass die bunten Bilder und Werbelockungen in der Regel verschweigen, dass ein echtes Handwerksprodukt zwar etwas teurer ist, dafür jedoch in der Regel sehr viel länger hält. Sie bedürfen eines Beispiels? Werfen Sie einfach einmal einen Blick in ihren Kleiderschrank und überprüfen Sie Ihre T-Shirts. Sie werden feststellen, dass alle billigen T-Shirts schon nach kurzer Zeit ihre Form eingebüßt haben, während Sie sich an den wertigen Gegenstücken oftmals noch nach Jahren gleichbleibend erfreuen.

Den großen Einfluss der Werbung, vor allem den der Fernsehwerbung, können wir jedoch zu unserem Vorteil nutzen. Denken Sie nur an das dritte newtonsche Gesetz, das sog. Wechselwirkungsprinzip, das dem Sinne nach besagt, dass „jede Aktion gleichzeitig eine gleich große Reaktion erzeugt“ – und das Sie auch beim Einkauf anwenden können: Welche Kraft erzeugt die Botschaft eines Spots? Lässt sich auch das Gegenteil ausführen? Aber gewiss doch! Sowohl beim Einkauf als auch vor dem Bildschirm reichen Urteilsvermögen und gesunder Menschenverstand bereits aus, um uns von der Werbung nicht in die Irre führen zu lassen.

 

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